Osttirol hat mich wirklich positiv überrascht! Davor war ich etwas skeptisch, doch jetzt kann ich es gar nicht erwarten bis wir wieder dorthin reisen. Wunderschöne Berglandschaft, die für Wanderer jeder Kategorie ein Traum sind. Von einfachen Wanderungen für Familien bis hin zu anspruchsvollen Klettersteigen gibt es dort wirklich alles. Dazu schöne Städte, gemütliche Campingplätze und leckeres Essen!
Wenn du die Berge liebst, muss du diese Gegend in Österreich unbedingt einmal erkunden! Bucketlist-Bergpanorama und schöne Berghütten all inklusive. Im Vergleich zu den Dolomiten in Südtirol ist es in Osttirol auch noch deutlich leerer. Perfekt, um die Natur so richtig zu genießen.
Infos und Überblick zu Osttirol
Osttirol für deinen Wanderurlaub

Wir haben uns für Osttirol, genauer gesagt die Region bei der Stadt Lienz, eher aus der Not heraus entschieden. Wir waren ein paar Tage mit einem Camper unterwegs, wollten nicht zu weit fahren und für einige Gegenden in den Bergen war schlechtes Wetter angekündigt. Lienz gilt auch als Sonnenstadt, also waren dort die Chancen groß, dass das Wetter hält. Und was soll ich sagen – wir hatten im Juni 4 Tage lang knapp 30 Grad und herrlichsten Sonnenschein. Beste Voraussetzungen für Wanderungen in den Bergen.
Und die Berge sind in Osttirol beeindruckend und abwechslungsreich. Es gibt einfache Wanderungen zu wunderschönen Zielen, herausfordernde schwarze Bergtouren und Via Alpina. Für jeden Schwierigkeitsgrad und für jeden Wunsch ist also etwas dabei.
Unterkunft in Osttirol
Camping in Osttirol hat uns sehr viel Spaß gemacht. Schöne, ruhige Campingplätze mit allem, was man als Camper benötigt und dazu perfektes Wetter. Wir haben die ganze Zeit auf einem Campingplatz verbracht. Wer längere Zeit unterwegs ist und ganz Osttirol erkunden möchte, kann jedoch gut mehrere Orte wählen. So sparst du dir wertvolle Zeit, anstatt diese auf den Straßen zu verbringen.
Wer eine Unterkunft oder ein Hotel in Osttirol sucht sollte sich die Gegend direkt bei der Stadt Lienz anschauen. Von dort starten viele Wanderungen und Lienz soll ebenfalls wunderschön sein.
Eine Hüttenübernachtung in Osttirol ist etwas, das ich auch sehr gerne noch ausprobieren würde. Also wenn du eine längere Wanderung planst oder mehr Zeit in den Bergen verbringen möchtest, wäre das eine ideale Ergänzung zur Hotelübernachtung.
Die schönsten Wanderungen in Osttirol
Karlsbader Hütte & Laserzsee

Die Karlsbader Hütte liegt auf 2.260 Metern und bietet eine spektakuläre Aussicht! Sie liegt direkt am Laserzsee und unterhalb einiger schroffer Gipfel. Dadurch ist sie nicht nur ein perfektes Ziel für einen Tagesausflug sondern auch als Ausgangspunkt für beeindruckende Gipfeltouren in Osttirol sehr lohnenswert.
Der Laserzsee dient als Drinkwasserquelle für die Hütte, daher ist dort Baden strengstens verboten. Aber seine wohlverdiente Pause kann man wunderschön am Ufer oder bei dem besten Essen in der Karlsbader Hütte genießen.
Routenbeschreibung: Von der Dolomitenhütte zur Karlsbader Hütte
Ausgangspunkt der Wanderung ist der große Parkplatz bei der Dolomitenhütte. Natürlich kannst du auch vom Tal aus starten, hast dann aber auch einige Höhenmeter mehr zurückzulegen. Die Dolomitenhütte ist über eine Mautstraße erreichbar (10€ für PKWs, 40€ für Camper, Stand 2025).
Du hast mehrere Möglichkeiten zur Karlsbader Hütte zu wandern. Von einfach zu schwierig, ist Variante 1 eine einfache Forststraße. Dort sind Familien mit Kindern, ältere Personen und Mountainbiker unterwegs. Variante 2 ist ein Steig, der immer wieder die Forststraße kreuzt. Diesen sind wir nach unten gewandert. Bergauf solltest du hier für die ersten beiden Varianten ca. 2-2,5h einplanen und du legst ca. 650 Höhenmeter zurück. Variante 3 ist die steile und anspruchsvolle Route über den Rudl-Eller-Weg mit einigen stahlseilversicherten Passagen. Hier sind absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung notwendig.
Mein Tipp: Nach einer Stärkung in der Karlsbader Hütte lohnt es sich sehr, eine kleine Runde um den Laserzsee zu drehen. Bei jedem Schritt wartet ein neues wunderschönes Fotomotiv mit herrlicher Spiegelung im See auf dich.
Und noch ein Tipp: Wenn es heiß ist, kannst du nach der Wanderung im Tristacher See eine Runde baden gehen. Du kommst direkt auf der Straße mit dem Auto daran vorbei. Ein großer Parkplatz ist vorhanden, der sich gegen Abend dann auch wieder leert. Fürs Strandbad zahlst du ein paar Euro Eintritt. Nach einer langen Wanderung war das die perfekte Abkühlung.
Tourdaten für die Wanderung zur Karlsbader Hütte
Natürlich hängen die genauen Daten von der Route ab, die du wählst und von deinem Fitnesslevel. Grob gelten jedoch diese Angaben:
- Ausgangspunkt: Parkplatz bei der Dolomitenhütte
- Dauer: Ca. 2-4 Stunden für den Aufstieg (je nach Variante), sowie 1,5-2 Stunden für den Abstieg.
- Höhenmeter: 650 Höhenmeter (Variante 1 & 2), 900 Höhenmeter (Variante 3)
- Schwierigkeitsgrad: Über Forstweg technisch sehr einfach, aber konditionell etwas anspruchsvoll. Über Rudl-Eller-Weg technisch und konditionell sehr anspruchsvoll mit Stahlseilpassagen (schwarze Bergwanderung).
- Kosten: 10€ für die Mautstraße mit PKW (40€ mit Camper)
Wer sehr fit ist, früh aufgebrochen ist oder eine Nacht auf der Hütte verbringt, kann hier noch einen der umliegenden Gipfel besteigen. Klettersteige für alle Kletterer mit Klettersteigset gibt es Rund um die Hütte ebenfalls.



Neualplseen & Goiselemandl

Landschaftlich ganz anders, aber nicht weniger schön, ist die Wanderung zu den Neualplseen in Osttirol. Auf fast 2.500 Metern findest du gleich eine ganze Gruppe von glasklaren, ruhigen Bergseen und rings herum schroffe Gipfel.
Routenbeschreibung: Von Zettersfeld zu den Neualplseen
Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Parkplatz bei der Talstation Zettersfeld. Anschließend geht es mit der Bergbahn nach oben zur Bergstation Zettersfeld. Wer sich zusätzlich ca. 300 Höhenmeter sparen möchte, kann auch noch mit dem Sessellift zur Bergstation Steinermandl fahren.
Der Weg ist gut ausgeschildert und gesichert. Trittsicherheit ist dennoch notwendig. Du kannst entweder den Weg nördlich (rechtsherum) zu den Seen nehmen. Dieser ist technisch einfacher und du legst etwas weniger Höhenmeter zurück. Oder du gehst den südlichen Weg (links herum). Hier kannst du noch den Goiselemandl Gipfel (2.433m) mitnehmen. Blick auf die Seen hast du vom Gipfel jedoch noch nicht, dafür jedoch auf die wunderschöne Berglandschaft im Hintergrund. Der Ausblick auf die Neualplseen erschließt sich erst nach einiger Zeit durch steiniges Gelände.
Wenn du Kinder dabei hast oder nicht so trittsicher bist, empfehle ich dir den nördlichen, rechten Weg hoch und runter zu wandern. Beim südlichen, linken Weg am Goiselemandl vorbei gibt es nämlich auch Stahlseilpassagen und man muss doch nochmal trittsicherer sein.
Mein Tipp: Nimm dir die Zeit, um die Neualplseen herumzulaufen. Es warten wunderschöne Blicke auf die Seen auf dich. Mach dort eine Pause und bring deine Brotzeit mit, eine Hütte gibt es hier nämlich nicht. Außerdem kannst du einige Schafe beobachten. Wie immer bei Tieren in der Natur gilt Abstand halten.
Tourdaten für die Wanderung zu den Neualplseen
- Ausgangspunkt: Parkplatz bei der Talstation der Zettersfeldbahn und anschließend mit der Gondel zur Bergstation Zettersfeld. Optional auch weiter mit dem Sessellift zur Bergstation Steinermandl. PKW bis Zettersfeld ebenfalls möglich.
- Dauer: Ca. 2,5 Stunden Aufstieg (ab Zettersfeld Bergstation), sowie etwas weniger für den Abstieg.
- Höhenmeter: 660 Höhenmeter inklusive Gipfel Goiselemandl
- Schwierigkeitsgrad: Mittlere Bergwanderung, die technisch über den nördlichen Weg nicht schwierig, über den südlichen Weg etwas anspruchsvoller ist. Kondition wird dennoch benötigt bei dieser hochalpin gelegenen Wanderung.
- Kosten: 23 € für die Gondel bis Bergstation Zettersfeld, 34 € für Gondel und Sessellift bis Bergstation Steinermandl (Berg- und Talfahrt, Stand 2025).


Iseltrail: Schmale Pfade entlang des Gletscherfluss Isel

Unser Campingplatz lag direkt an der Isel, einem der letzten freifließenden Gletscherflüsse der Alpen. Auf der einen Seite können Fahrradfahrer schnell voran kommen, auf der anderen Seite führen dirch meist schmale Pfade an der Isel entlang. Immer wieder läuft man direkt am Wasser, meistens durch Schatten, was bei den Temperaturen wirklich gut war. Es warten Buchten auf dich, in denen du Pausen einlegen, die Füße ins Wasser strecken und den Kajakfahrern zuschauen kannst.
Die Isel eignet sich nämlich perfekt für Rafting, Kajakfahren und Canyoning. Wer also Spaß an derartigem Wassersport hat für den ist diese Gegend richtig gut geeignet.
Eigentlich führt der Iseltrail aufwärts, von Lienz bis zur Gletscherzunge am Umbalkees. Wir sind nur ein kleines Stück in die andere Richtung gelaufen und da war die Beschilderung leider nicht ganz eindeutig. Sie führt nämlich tatsächlich nur von Lienz aus aufwärts. Mit Komoot haben wir dann aber doch immer die Abzweigungen gefunden. Das schöne ist, mit unserer Gästekarte können wir kostenlos die Busse nehmen. Und so überqueren wir bei einer Brücke wieder die Isel, gehen zur Bushaltestelle und fahren bequem zu unserem Campingplatz zurück.
Wer den gesamten Iseltrail wandern möchte, legt eine Gesamtlänge von 75,3 Kilometern und 2348 Höhenmeter zurück. Die offizielle Tour ist in 5 Etappen von jeweils 4 bis 6,5 Stunden aufgeteilt.
Fazit zum Urlaub in Osttirol
Osttirol ist ein Traum! Es warten so viele wunderschöne Wanderungen auf dich, die super vielfältig sind. Gerade wenn du eine Alternative zum Überlaufenen Südtirol suchst, solltest du dir einmal Osttirol merken. Wir haben zwar nur eine sehr kleine Ecke gesehen, waren aber sehr begeistert. Die Bilder online können gar nicht zeigen, wie schön es dort ist! Egal ob zu einem Campingurlaub, einer mehrtägigen Hüttentour oder anderem Aktivurlaub bieten sich Osttirol wirklich an. Die Stadt Lienz haben wir leider nicht besuchen können, steht aber das nächste Mal auf der Liste und bietet sich als Ausgangspunkt für die hier beschriebenen Wanderungen gut an.
Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Erkunden dieser wunderschönen Gegend!

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